Stand: 28.5.2026 · Thema: Dokumentation · DSGVO Art. 32
TOM-Beschreibung nach Art. 32 DSGVO
Die TOM-Beschreibung ist die operative Übersetzung Ihrer Sicherheitsmaßnahmen in einen prüffähigen Text. Sie dient zwei Zwecken: dem internen Steuern (was haben wir, was fehlt?) und dem externen Nachweis (gegenüber Auftraggebern, Aufsicht, Versicherung).
Aufbau
Teil 1 — Stammteil
- Geltungsbereich (welche Standorte, welche Anwendungen).
- Verantwortlichkeiten (Datenschutz, IT-Sicherheit, IT-Operations).
- Stand und Revision (Versionsdatum, nächste planmäßige Überprüfung).
Teil 2 — Schutzziele
Strukturiert entlang der vier Schutzziele aus Art. 32 Abs. 1 lit. b:
- Vertraulichkeit (Zutritt, Zugang, Zugriff, Trennung, Verschlüsselung, Pseudonymisierung)
- Integrität (Weitergabe, Eingabe, Manipulationserkennung)
- Verfügbarkeit und Belastbarkeit (Backup, Restore, Redundanz, USV)
- Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung (Audits, Penetrationstests, Notfallübungen)
Je Schutzziel: konkrete Maßnahmen + Verantwortlichkeit + Nachweis.
Teil 3 — Ergänzende Verfahren
- Incident-Response-Plan (wer wird wann informiert).
- Datenschutz-Folgenabschätzung für riskante Verarbeitungen.
- Schulungs- und Awareness-Konzept.
Konkretheitsanforderung
Die Aufsicht akzeptiert keine pauschalen Aussagen. Jede Maßnahme braucht:
- Was wird gemacht (konkret).
- Wie wird es technisch/organisatorisch umgesetzt.
- Wer ist verantwortlich.
- Wann/Wie oft (Frequenz oder Trigger).
- Wo ist der Nachweis (Pfad zum Wiki-Artikel, Ticket-Nummer, Audit-Report).
Beispiel:
Maßnahme: Quartalsweise Berechtigungsreview aller Admin-Accounts. Umsetzung: SQL-Script generiert die Liste aller Accounts mit Rolle
adminoder höher; CTO und Geschäftsführung prüfen, dokumentieren Freigabe im Wiki. Verantwortlich: CTO. Frequenz: quartalsweise (Q1: Januar, Q2: April, …). Nachweis: Confluence-Seite „Berechtigungsreview Admin-Accounts”.
Die fünf häufigsten Audit-Lücken
- Restore-Tests sind nie dokumentiert. Backup wird täglich gemacht, aber niemand hat in den letzten 12 Monaten geprüft, ob Restore tatsächlich funktioniert.
- Berechtigungen werden nie reviewed. Personen, die längst nicht mehr im Unternehmen sind, haben aktive Accounts.
- Datenträgervernichtung ist nicht geregelt. Alte Laptops, USB-Sticks, defekte Festplatten — wer entsorgt wie?
- Logging deckt Datenschutz-relevante Ereignisse nicht ab — oder Logs werden so kurz aufbewahrt, dass eine Forensik nicht möglich ist.
- Mobile-Device-Management fehlt. Mitarbeiter haben Firmen-Mails und -Kalender auf privaten Smartphones ohne MDM.
Aktualisierungsturnus
- Mindestens jährlich komplette Revision.
- Anlassbezogen bei: neuem System, größerer Organisationsänderung, nach Datenpanne, nach Audit-Befund.
- Versionsstand im Dokument.
Häufige Fehler
- TOM = ISMS-Handbuch — die TOM ist die Kurzfassung mit Verweisen, nicht die Komplettdoku.
- TOM und VVT widersprechen sich — z.B. VVT nennt eine Speicherdauer von 10 Jahren, TOM nennt das gelöschte System.
- Keine Pflege nach Personalwechseln — alte Verantwortliche stehen noch drin.
Wenn wir DSB sind
Wir liefern eine TOM-Vorlage in zwei Größen (KMU-light und Mittelstand-voll), führen das jährliche Review als Workshop durch und dokumentieren die Anpassungen im Ticket-System.